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Monthly Archives: July 2013

Word of the Day

Selburose — Selbu rose (a traditional Norwegian ornamental pattern)

I’ve mentioned Selbu-roses before, when I was showing off my new and shiny mittens, but the truth is, Norway is drowning in this pattern. It’s everywhere. It’s lovely, it’s very distinctive, but it’s everywhere — hats, the Selbu coat of arms, sweaters ranging from the most touristy to the most intricately handknit ones, Russe-uniforms, coffee mugs, more than one style of bunad, mittens, the new Statoil logo (and thus, some gas stations)… and the free condoms they hand out at universities. Not that there’s anything inherently funny about condoms once you pass a certain age, but seeing a blow-up kiddie pool full of them, every single one emblazoned with this most eminent Norwegian pattern, half of them in the colors of the flag — that blew my mind a bit. Mostly because I have a hard time picturing a similar situation in Germany. Black, red and gold condom wrappers with an eagle on them? Or possibly Angela Merkel? Or Otto von Bismarck? I don’t think so.

The point being, I was so amused that I picked one up, and put it in the little memento pouch at the back of my calender, and then promptly forgot about it until I looked through it today. Oh, Norway.

At least it’s not the Marius-pattern.

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Wort des Tages

Selburose — Selbu-Rose (traditionales Norwegisches Dekomuster)

Ich hatte Selburosen schon mal im Zusammenhang mit meinen wunderhübschen neuen Handschuhen erwähnt, aber mit diesem Muster kann man sich in Norwegen wirklich erschlagen. Selburosen sind einfach überall. Wunderschön, plakativ, aber überall — in Mützen, dem Stadtwappen von Selbu, in Pullis (von supertouristisch bis hin zu mühevoller Handarbeit), Russe-Uniformen, auf Kaffeetassen, in mehreren Bunad-Stilen, Handschuhen, dem neuen Statoil-Logo (und damit auch auf Tankstellen)… und auf den Gratiskondomen, die in der Uni ausgeteilt werden. Nicht, dass Kondome automatisch lustig sind, zumindest, wenn man über ein gewisses Alter hinaus ist, aber ein aufblasbares Kinderplantschbecken voll von den Dingern zu sehen, jedes einzelne bedruckt mit diesem altehrwürdigen, ur-norwegischen Muster, die Hälfte davon in den Farben der Flagge — das hat mich schon ordentlich zum Schmunzeln gebracht. Hauptsächlich, weil ich mir eine parallele Situation in Deutschland so gar nicht vorstellen kann. So schwarz-rot-gold mit Pleitegeier? Oder gar Angie? Oder Bismarck? Ich weiß ja nicht.

Was ich damit sagen will, ich war so amüsiert, dass ich mir direkt eins eingesteckt habe, und ins Andenkenfach hinten in meinem Kalender gestopft, und prompt völlig vergessen. Bis heute, als ich mich mal durch das ganze Zeug gewurstelt habe. Ach, Norwegen.

Wenigstens ist es nicht das Marius-Muster.

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Word of the Day

avstand — distance

Today a month ago, I left Trondheim.

It feels like it’s been much longer, and yet like no time at all has passed. I’ve settled back in again in a whirlwind of social activities, chasing after the cat, finishing up the remainder of the semester, and a bunch of knitting.

I thought I’d have something profound to say about this, now that I’ve gained a bit of distance. I don’t, really. Life has settled back into normality like a sweater that’s been shaken out and re-folded — some of the creases don’t quite line up, but it still fits in the wardrobe. My year in Norway seems more like a crazy dream with every day that passes — but then again, it felt like that while I was still there, on occasion. It was a craziness I needed in my life, at least once, and taking that year to live life to the fullest was among the best decisions I’ve ever made. I feel more like I’ve grown into me.

Thirteen weeks until I’m back.

Wort des Tages

avstand — Abstand

Heute vor einem Monat habe ich Trondheim verlassen.

Es fühlt sich irgendwie viel länger an, aber auch gleichzeitig, als ob überhaupt gar keine Zeit vergangen wäre. Ich habe mich wieder in Deutschland eingefunden, in einem Wirbel aus sozialen Aktivitäten, Katzenjagd, dem Rest des Semesters, und einem Haufen Stricken.

Ich dachte, ich hätte vielleicht etwas tiefgründiges über das alles zu sagen, jetzt wo ich ein bisschen Abstand gewonnen habe. Aber irgendwie ist dem nicht so richtig so. Die Realität hat mein Leben wieder eingeholt, wie ein Pulli, der ausgeschüttelt und neu gefaltet worden ist — einige der alten Faltlinien sind nicht ganz getroffen worden, aber es passt doch alles noch in den Schrank. Mein Jahr in Norwegen fühlt sich mit jedem Tag mehr an wie ein verrückter Traum — aber andererseits hat es sich auch ab und an so angefühlt, als ich noch da war. Es war die Art von Verrücktheit, die ich dringend in meinem Leben gebraucht habe, wenigstens ein Mal, und dass ich mir dieses Jahr genommen habe, um voll aus dem Leben zu schöpfen, war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Ich fühle mich, als ob ich mehr in mich hineingewachsen bin.

In dreizehn Wochen fahre ich zurück.

Word of the Day

flybillett — plane ticket

I bought mine to Trondheim during UKA today. October 16th to 27th. I don’t really have anything else to say about this, except that fuck, I’m excited!

Wort des Tages

flybillett — Flugticket

Ich habe heute meine nach Trondheim gekauft. Während UKA. 16. bis 27. Oktober. Eigentlich hab ich darüber auch nicht viel mehr zu sagen, außer: Verdammt, freu ich mich!

Ord for Dagen

flybillett

Jeg kjøpte mine til Trondheim under UKA idag. 16. til 27. oktober. Det er egentlig alt jeg har å si om det, bortsett fra at faen, jeg gleder meg!

Norway is a land covered in snow for six months out of the year, with areas (cough, Røros, cough) where temperatures can drop to -2 °C in July, so it should come as little to no surprise that there is a thriving tradition of knitting gloves and mittens. There is even a book about which handwear goes with which style of bunad, which almost made me faint with delight when I discovered it. But what most people think of when they hear ‘Norwegian mittens’ is, in fact, a regional style originating from Selbu, a town about 70 km south of Trondheim, and I’m still mad at myself for not making it down there, because apparently their craft museum is fantabulous, but also the only thing, uh, there. The point being, the second the first snowflake hits Norwegian ground, everybody gets out their handknit, pointy-thumbed mittens, or hurries to either Husfliden or whatever female relatives they may have that are of the knitterly persuasion. Selbuvotter are everywhere in winter, in every color combination imaginable, and they are almost uniformly well-made and gorgeous. I spent a lot of time staring at people’s hands this winter. It got creepy.

Long story short, in January I bought yarn to knit myself a pair of selbuvotter (i.e. Selbu mittens). Not the more popular versions featuring the classic Selburose (think Scandinavian star/snowflake. Yes, that’s a rose. Eternal optimism of a people buried in snow, that is.), but the charmingly named Edderkoppvotter (spider mittens) from Annemor Sundbø’s ‘Norske Vottar og Vantar’. (Because knitting is twice as fun in nynorsk.) I knit one cuff in a delicious wool/alpaca blend, then realized the contrast between the green and charcoal yarn was too small to knit in dimly lit places, which included pretty much everywhere I hung out on a regular basis except for the kitchen at Lyche, and I already had my hands full there. So the mittens got abandoned in favor of a scarf here and a cardigan there, and on my last day in Trondheim, I finally got around to buying a ball of cream-colored Hverdagsgarn, and less than two weeks after my return and almost five months after casting on, my mittens are finished. Done. And gorgeous, even if I do say so myself.

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Norwegen ist ein Land, dass sechs Monate im Jahr unter einer Decke aus Eis und Schnee verbringt, und wo die Temperaturen an einigen Orten (hust, Røros, hust) mitten im Juli bis -2 °C fallen können. Es ist daher wenig bis gar nicht überraschend, dass es dort eine rege und lebendige Handschuh-Stricktradition gibt — es existiert sogar ein Buch darüber, welche Handschuhe man am besten zu den verschiedenen bunad-Stilen trägt, was mich vor Freue fast umgehauen hat. Aber das, woran die meisten denken, wenn sie ‘Norwegerhandschuhe’ denken, geht tatsächlich aus der regionalen Tradition um Selbu hervor, einem Ort ca. 70 km südlich von Trondheim. Ich bin immer noch ein bisschen auf mich selbst sauer, dass ich es nie dorthin geschafft habe, weil es ein großartiges Handarbeitsmuseum geben soll — andererseits scheint es aber auch das einzige zu sein, as es dort gibt. Naja. Was ich eigentlich sagen will: Sobald die erste Schneeflocke norwegischen Boden berührt, zieht jeder seine handgestrickten, spitzdaumigen Fäustlinge aus dem Off, oder pilgert entweder zu Husfliden oder zu der ersten strickbegeisterten weiblichen Verwandten, die sie auftreiben können. Selbuvotter sind im Winter wirklich überall, in allen Farbkombinationen, und sie sind fast immer handwerklich einwandfrei und wunderschön. Ich habe viel Zeit damit verbracht, Leuten auf die Hände zu starren diesen Winter. Irgendwann wurde es unangenehm.

Kurz und gut, im Januar habe ich mir dann Garn gekauft, um mir ein Paar Selbuvotter (d.h. Selbu-Fäustlinge) selbst zu stricken. Nicht die klassische Version mit der Selburose (ja, diese skandinavische Schneeflocke bzw. dieser Stern ist eine Rose. Der ewige Optimismus eines eingeschneiten Volkes.), sondern die sympatisch benannten Edderkoppvotter (Spinnenfäustlinge) frei nach Annemor Sundbøs ‘Norske Vottar og Vantar’. (Weil stricken auf nynorsk gleich doppelt Spaß macht.) Ich habe ein Bündchen in einer herrlichen Wolle/Alpaka-Mischung gestrickt, bevor mir aufging, dass der Kontrast zwischen grün und grau einfach nicht groß genug war, um an schummrig beleuchteten Orten zu stricken, was so ziemlich alle Orte mit einschloss, an denen ich mich regelmäßig aufgehalten habe, exklusive der Lyche-Küche, aber da hatte ich ja die Hände voll. Also sind die Dinger links liegen gelassen worden, zugunsten eines Schals hier und einer Strickjacke da, und an meinem allerletzten Tag in Trondheim habe ich es dann endlich geschafft, ein wollweißes Knäuel Hverdags zu kaufen. Und weniger als zwei Wochen, nachdem ich wieder hier bin, und fünf Monate, nachdem ich angeschlagen habe, sind meine Handschuhe nun fertig geworden. Und ich hab sie doch eigentlich ganz gut hingekriegt.

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