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Featurettes

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Munkholmen is a little island a 10 minute boat ride off the coast of Trondheim, first mentioned in the 10th century CE, when Olav Tryggvason brought the heads of two of his enemies and stuck them on pikes on Munkholmen, easily visible from the city.

That was honestly the fun fact the guide started the tour with, and the handful of kids went ballistic with glee. Horrible Histories, Trondheim-style.

Over the last millenium (and a cheerful hello to any Americans reading this!), Munkholmen has undergone quite a transformation, from grisly head display case and later cloister (hence the name, Monk island) to a state prison and military base for both Norwegian and, in the 1940s, German troops. Today, it’s a popular spot for family outings, as there’s lots of lawns and a few small beaches where you can relax — although the water around it is still a Norwegian fjord, so it’s mostly the kids who actually go for a dip. They also put on a play in the old guard/prison tower every summer which is supposed to be pretty good, and you can take a guided tour of the buildings.

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There’s a room in the guard tower that has a half-spherical cupola ceiling, and it throws back the sound in that weird way when you stand right in the middle, just like in Storsalen. I like weird acoustics.

It being my third summer here, I figured I should finally go — for one reason or another, every time I’ve made plans to go before, they fell through — and I spent a lovely afternoon there last week, with the wind in my nose and nothing but the sound of happy children around me. Pretty awesome by any standards, even if I did end up with a bit of a sunburn. I’m gonna be so tan this summer you guys, it’s not even funny anymore.

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Munkholmen ist eine kleine Insel im Trondheimsfjord, etwa 10 minuten Bootsfahrt von der Stadt aus, und fand das erste Mal Erwähnung, als Olav Tryggvason die Köpfe zwei seiner Feinde mitbrachte und, vom Festland aus gut sichtbar, auf der Insel aufspießte und aufstellte.

Das war mal ein überraschender Fun Fact, um eine familienfreundliche Führung durch historische Gebäude zu beginnen, und die Handvoll Kinder, die dabei war, wurden vor Freude ganz rabiat. WahnsinnsWissen, Marke Trondheim.

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Im Laufe des letzten Jahrtausends hat Munkholmen sich immer wieder verändert, wurde von einer Kopfausstellungsstätte zu einem Kloster (daher der Name ‘Mönchsinsel’), zu einem Staatsgefängnis und schließlich zu einem Militärstützpunkt für norwegische und, in den 1940ern, deutsche Truppen. Heute ist Munkholmen ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, da es schön viele Wiesen und einige kleine Strände hat — wobei die Insel halt immer noch in einem norwegischen Fjord liegt und sich dementsprechend hauptsächlich die Kinder ins Wasser trauen. Und dann ist da natürlich der alte Gefängnis-/Wachturm, den es sich zu besichtigen lohnt, und wo im Sommer regelmäßig Theaterstücke aufgeführt werden.

Es gibt da irgendwo einen Raum, der eine halbrunde Decke hat und daher den Schall so seltsam gebündelt zurückwirft wie in Storsalen, wenn man genau in der Mitte steht. Ich mag komische Akustik.

Wenn man bedenkt, dass dies immerhin mein dritter Sommer in Trondheim ist, war es echt höchste Eisenbahn, dass ich es mal nach Munkholmen geschafft habe — es ist nicht so, dass ich nie Pläne gehabt hätte, aber irgendwie sind die jedes Mal im Sand (heh!) verlaufen. Aber der Nachmittag, den ich letzte Woche dort verbracht habe, war wirklich herrlich entspannt und ruhig abgesehen von Kindergelächter, und da kann man sich doch wirklich nicht beschweren. Ich hatte zwar anschließend einen leichten Sonnenbrand, aber naja. Wenigstens werde ich diesen Sommer ein Mal braun…

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Word of the Day

karsk — the national drink of Trøndelag, made of homemade spirit (hjembrent) and strong coffee

So, I’m back. For a while. I still can’t quite believe my luck. I have an internship in Oslo in April, so if all goes well, I’ll be here until then, and be a bit more serious about learning Norwegian and integrating myself. Which seems to be working rather well so far, although I’m taking baby steps on the integration thing. Meaning: I’m considering actually learning to ski this time around, but I recently lost a fight with a wooden bench when I lost track of where my body was (stone-cold sober, in the middle of the day), and now I have a long scratch and an impressive bruise above my knee, so it stands to reason I’m not the best candidate for having two long boards strapped to my feet. So, baby steps of Norwegian culture. Karsk.

I learned about karsk quite early on, although I didn’t have it until last night/early this morning, and I know two recipes for it. The first is, you take a kroner coin and put it in the bottom of a cup; then you pour coffee on top until you can’t see the coin anymore, and then you top it up with hjembrent until you can see it again.

The second is, you take a kroner coin, put it on the table next to your coffee, and drink hjembrent until you can’t see the coin anymore.

(Next up on the Big Red Folder…)

But yes. Although my Norwegian is quite rusty after a year with less input than I would’ve liked, I think I’m making a decent recovery, and it certainly helps that I have a) a ton of exercise materials and vocab flash cards, and b) access to fantastically nice native speakers who I met late enough last year that I’m actually comfortable speaking Norwegian with them.

 

Wort des Tages

karsk — das Nationalgetränk des Trøndelag, bestehend aus Selbstgebranntem (hjembrent) und starkem Kaffee

… und da war ich plötzlich zurück. Für eine ganze Weile. Whoaaaa. Im April habe ich ein Praktikum in Oslo und bin, soweit denn dann alles gut läuft, bis dahin in Trondheim, und widme mich hier etwas ernsthafter der norwegischen Sprache und der Integration. Was bis jetzt ganz gut läuft, wobei ich das mit der Integration langsam angehe. Soll heißen: Ich habe mir tatsächlich vorgenommen, diesmal Ski fahren zu lernen, aber ich wurde kürzlich (stocknüchtern und am hellichten Tag) von einer Holzbank angegriffen, weil ich kurz vergessen hatte, wo mein Körper so rumhing, und habe eine ordentliche Macke und einen passenden blauen Fleck abbekommen — kurzum, ich bin vielleicht nicht gerade jemand, der sich zwei lange Bretter unter die Füße schnallen sollte. Also fangen wir klein an. Mit karsk.

Was karsk ist, habe ich schon relativ früh gelernt, aber ich hatte bis gestern abend/heute früh nie die Gelegenheit, ihn auszuprobieren. Ich kenne zwei Rezepte dafür. Das erste ist: Man nehme eine Kronen-Münze und lege sie in eine Kaffeetasse, dann gieße man Kaffee darüber, bis die Münze nicht mehr zu sehen ist, und fülle die Tasse mit Selbstgebranntem auf, bis die Münze wieder sichtbar ist.

Das zweite ist: Man nehme eine Kronen-Münze, lege sie auf den Tisch neben die Kaffeetasse, und drinke Selbstgebrannten, bis man die Münze nicht mehr sieht.

(Währenddessen im Großen Roten Ordner…)

Aber ja. Mein Norwegisch ist zwar etwas rostig, nach einem Jahr mit weniger Input als mir lieb gewesen wäre, aber ich habe das Gefühl, ganz gut aufzuholen. Es hilft natürlich massiv, dass ich a) einen Haufen Lernmaterialien und Vokabelkarten mitgebracht habe, und b) viel Zeit mit fantastisch netten Muttersprachlern verbringe, die ich letztes Jahr spät genug getroffen habe, dass ich mich auch getraut habe, mit ihnen Norwegisch zu sprechen. Mit meiner linguistischen Schonzeit ist es definitiv vorbei.

 

A long long time a year ago today, I went to Norway. I almost didn’t notice, until I had a conversation about today being International Orgasm Day and looked at the date.

Incidentally, I filled out an ERASMUS-questionnaire today, and I was asked to describe my best and my worst experiences during my exchange period. Neither of these were easy to answer: while there are one or two things that make me facepalm in retrospect, I didn’t have any bad experiences. And choosing a favorite of all the amazing experiences I had was just as hard.

I settled for tonsillitis and a boring essay for the worst, and two instances of pushing my boundaries for the best.

What a year.

***

Es begab sich aber zu der Zeit, heute vor einem Jahr, dass ich nach Norwegen ging. Ich hätte es fast gar nicht gemerkt, wenn ich mich nicht darüber unterhalten hätte, dass heute Internationaler Orgasmustag ist, und ich deshalb auf den Kalender geschaut habe.

Zufällig habe ich heute meinen ERASMUS-Fragebogen ausgefüllt, und eine der Fragen war, was mein bestes und schlechtestes Erlebnis während meines Auslandsaufenthaltes war. Beantworten konnte ich keins von beiden so richtig: Auch wenn es ein oder zwei Dinge gibt, bei denen ich mir rückblickend auf die Stirn schlage, habe ich eigentlich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Und einen Favoriten aus den vielen großartigen Erlebnissen zu küren, die ich hatte, war genau so schwer.

Ich habe mich dann aus Verlegenheit für die Mandelentzündung und eine langweilige Hausarbeit als schlechtestes Erlebnis entschieden, und als Bestes beispielhaft für zwei Dinge, die meine Grenzen getestet haben.

Was ein Jahr.

Word of the Day

Selburose — Selbu rose (a traditional Norwegian ornamental pattern)

I’ve mentioned Selbu-roses before, when I was showing off my new and shiny mittens, but the truth is, Norway is drowning in this pattern. It’s everywhere. It’s lovely, it’s very distinctive, but it’s everywhere — hats, the Selbu coat of arms, sweaters ranging from the most touristy to the most intricately handknit ones, Russe-uniforms, coffee mugs, more than one style of bunad, mittens, the new Statoil logo (and thus, some gas stations)… and the free condoms they hand out at universities. Not that there’s anything inherently funny about condoms once you pass a certain age, but seeing a blow-up kiddie pool full of them, every single one emblazoned with this most eminent Norwegian pattern, half of them in the colors of the flag — that blew my mind a bit. Mostly because I have a hard time picturing a similar situation in Germany. Black, red and gold condom wrappers with an eagle on them? Or possibly Angela Merkel? Or Otto von Bismarck? I don’t think so.

The point being, I was so amused that I picked one up, and put it in the little memento pouch at the back of my calender, and then promptly forgot about it until I looked through it today. Oh, Norway.

At least it’s not the Marius-pattern.

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Wort des Tages

Selburose — Selbu-Rose (traditionales Norwegisches Dekomuster)

Ich hatte Selburosen schon mal im Zusammenhang mit meinen wunderhübschen neuen Handschuhen erwähnt, aber mit diesem Muster kann man sich in Norwegen wirklich erschlagen. Selburosen sind einfach überall. Wunderschön, plakativ, aber überall — in Mützen, dem Stadtwappen von Selbu, in Pullis (von supertouristisch bis hin zu mühevoller Handarbeit), Russe-Uniformen, auf Kaffeetassen, in mehreren Bunad-Stilen, Handschuhen, dem neuen Statoil-Logo (und damit auch auf Tankstellen)… und auf den Gratiskondomen, die in der Uni ausgeteilt werden. Nicht, dass Kondome automatisch lustig sind, zumindest, wenn man über ein gewisses Alter hinaus ist, aber ein aufblasbares Kinderplantschbecken voll von den Dingern zu sehen, jedes einzelne bedruckt mit diesem altehrwürdigen, ur-norwegischen Muster, die Hälfte davon in den Farben der Flagge — das hat mich schon ordentlich zum Schmunzeln gebracht. Hauptsächlich, weil ich mir eine parallele Situation in Deutschland so gar nicht vorstellen kann. So schwarz-rot-gold mit Pleitegeier? Oder gar Angie? Oder Bismarck? Ich weiß ja nicht.

Was ich damit sagen will, ich war so amüsiert, dass ich mir direkt eins eingesteckt habe, und ins Andenkenfach hinten in meinem Kalender gestopft, und prompt völlig vergessen. Bis heute, als ich mich mal durch das ganze Zeug gewurstelt habe. Ach, Norwegen.

Wenigstens ist es nicht das Marius-Muster.

Word of the Day

avstand — distance

Today a month ago, I left Trondheim.

It feels like it’s been much longer, and yet like no time at all has passed. I’ve settled back in again in a whirlwind of social activities, chasing after the cat, finishing up the remainder of the semester, and a bunch of knitting.

I thought I’d have something profound to say about this, now that I’ve gained a bit of distance. I don’t, really. Life has settled back into normality like a sweater that’s been shaken out and re-folded — some of the creases don’t quite line up, but it still fits in the wardrobe. My year in Norway seems more like a crazy dream with every day that passes — but then again, it felt like that while I was still there, on occasion. It was a craziness I needed in my life, at least once, and taking that year to live life to the fullest was among the best decisions I’ve ever made. I feel more like I’ve grown into me.

Thirteen weeks until I’m back.

Wort des Tages

avstand — Abstand

Heute vor einem Monat habe ich Trondheim verlassen.

Es fühlt sich irgendwie viel länger an, aber auch gleichzeitig, als ob überhaupt gar keine Zeit vergangen wäre. Ich habe mich wieder in Deutschland eingefunden, in einem Wirbel aus sozialen Aktivitäten, Katzenjagd, dem Rest des Semesters, und einem Haufen Stricken.

Ich dachte, ich hätte vielleicht etwas tiefgründiges über das alles zu sagen, jetzt wo ich ein bisschen Abstand gewonnen habe. Aber irgendwie ist dem nicht so richtig so. Die Realität hat mein Leben wieder eingeholt, wie ein Pulli, der ausgeschüttelt und neu gefaltet worden ist — einige der alten Faltlinien sind nicht ganz getroffen worden, aber es passt doch alles noch in den Schrank. Mein Jahr in Norwegen fühlt sich mit jedem Tag mehr an wie ein verrückter Traum — aber andererseits hat es sich auch ab und an so angefühlt, als ich noch da war. Es war die Art von Verrücktheit, die ich dringend in meinem Leben gebraucht habe, wenigstens ein Mal, und dass ich mir dieses Jahr genommen habe, um voll aus dem Leben zu schöpfen, war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Ich fühle mich, als ob ich mehr in mich hineingewachsen bin.

In dreizehn Wochen fahre ich zurück.

Word of the Day

flybillett — plane ticket

I bought mine to Trondheim during UKA today. October 16th to 27th. I don’t really have anything else to say about this, except that fuck, I’m excited!

Wort des Tages

flybillett — Flugticket

Ich habe heute meine nach Trondheim gekauft. Während UKA. 16. bis 27. Oktober. Eigentlich hab ich darüber auch nicht viel mehr zu sagen, außer: Verdammt, freu ich mich!

Ord for Dagen

flybillett

Jeg kjøpte mine til Trondheim under UKA idag. 16. til 27. oktober. Det er egentlig alt jeg har å si om det, bortsett fra at faen, jeg gleder meg!

Norway is a land covered in snow for six months out of the year, with areas (cough, Røros, cough) where temperatures can drop to -2 °C in July, so it should come as little to no surprise that there is a thriving tradition of knitting gloves and mittens. There is even a book about which handwear goes with which style of bunad, which almost made me faint with delight when I discovered it. But what most people think of when they hear ‘Norwegian mittens’ is, in fact, a regional style originating from Selbu, a town about 70 km south of Trondheim, and I’m still mad at myself for not making it down there, because apparently their craft museum is fantabulous, but also the only thing, uh, there. The point being, the second the first snowflake hits Norwegian ground, everybody gets out their handknit, pointy-thumbed mittens, or hurries to either Husfliden or whatever female relatives they may have that are of the knitterly persuasion. Selbuvotter are everywhere in winter, in every color combination imaginable, and they are almost uniformly well-made and gorgeous. I spent a lot of time staring at people’s hands this winter. It got creepy.

Long story short, in January I bought yarn to knit myself a pair of selbuvotter (i.e. Selbu mittens). Not the more popular versions featuring the classic Selburose (think Scandinavian star/snowflake. Yes, that’s a rose. Eternal optimism of a people buried in snow, that is.), but the charmingly named Edderkoppvotter (spider mittens) from Annemor Sundbø’s ‘Norske Vottar og Vantar’. (Because knitting is twice as fun in nynorsk.) I knit one cuff in a delicious wool/alpaca blend, then realized the contrast between the green and charcoal yarn was too small to knit in dimly lit places, which included pretty much everywhere I hung out on a regular basis except for the kitchen at Lyche, and I already had my hands full there. So the mittens got abandoned in favor of a scarf here and a cardigan there, and on my last day in Trondheim, I finally got around to buying a ball of cream-colored Hverdagsgarn, and less than two weeks after my return and almost five months after casting on, my mittens are finished. Done. And gorgeous, even if I do say so myself.

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Norwegen ist ein Land, dass sechs Monate im Jahr unter einer Decke aus Eis und Schnee verbringt, und wo die Temperaturen an einigen Orten (hust, Røros, hust) mitten im Juli bis -2 °C fallen können. Es ist daher wenig bis gar nicht überraschend, dass es dort eine rege und lebendige Handschuh-Stricktradition gibt — es existiert sogar ein Buch darüber, welche Handschuhe man am besten zu den verschiedenen bunad-Stilen trägt, was mich vor Freue fast umgehauen hat. Aber das, woran die meisten denken, wenn sie ‘Norwegerhandschuhe’ denken, geht tatsächlich aus der regionalen Tradition um Selbu hervor, einem Ort ca. 70 km südlich von Trondheim. Ich bin immer noch ein bisschen auf mich selbst sauer, dass ich es nie dorthin geschafft habe, weil es ein großartiges Handarbeitsmuseum geben soll — andererseits scheint es aber auch das einzige zu sein, as es dort gibt. Naja. Was ich eigentlich sagen will: Sobald die erste Schneeflocke norwegischen Boden berührt, zieht jeder seine handgestrickten, spitzdaumigen Fäustlinge aus dem Off, oder pilgert entweder zu Husfliden oder zu der ersten strickbegeisterten weiblichen Verwandten, die sie auftreiben können. Selbuvotter sind im Winter wirklich überall, in allen Farbkombinationen, und sie sind fast immer handwerklich einwandfrei und wunderschön. Ich habe viel Zeit damit verbracht, Leuten auf die Hände zu starren diesen Winter. Irgendwann wurde es unangenehm.

Kurz und gut, im Januar habe ich mir dann Garn gekauft, um mir ein Paar Selbuvotter (d.h. Selbu-Fäustlinge) selbst zu stricken. Nicht die klassische Version mit der Selburose (ja, diese skandinavische Schneeflocke bzw. dieser Stern ist eine Rose. Der ewige Optimismus eines eingeschneiten Volkes.), sondern die sympatisch benannten Edderkoppvotter (Spinnenfäustlinge) frei nach Annemor Sundbøs ‘Norske Vottar og Vantar’. (Weil stricken auf nynorsk gleich doppelt Spaß macht.) Ich habe ein Bündchen in einer herrlichen Wolle/Alpaka-Mischung gestrickt, bevor mir aufging, dass der Kontrast zwischen grün und grau einfach nicht groß genug war, um an schummrig beleuchteten Orten zu stricken, was so ziemlich alle Orte mit einschloss, an denen ich mich regelmäßig aufgehalten habe, exklusive der Lyche-Küche, aber da hatte ich ja die Hände voll. Also sind die Dinger links liegen gelassen worden, zugunsten eines Schals hier und einer Strickjacke da, und an meinem allerletzten Tag in Trondheim habe ich es dann endlich geschafft, ein wollweißes Knäuel Hverdags zu kaufen. Und weniger als zwei Wochen, nachdem ich wieder hier bin, und fünf Monate, nachdem ich angeschlagen habe, sind meine Handschuhe nun fertig geworden. Und ich hab sie doch eigentlich ganz gut hingekriegt.

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